Sicheren Raum schaffen

Mein Weg der Heilung

Sicheren Raum schaffen

Einer der allerwichtigsten Punkte zur Bewältigung eines Traumas ist die Schaffung eines “sicheren Raums”. Das umfasst verschiedenste Ebenen, angefangen von einer räumlichen Umgebung, in der man sich sicher fühlt, über genügend zeitlichen Freiraum um die eigenen Gefühle zulassen um verarbeiten zu können, bis zu Menschen, die einem den emotionalen Raum zur Verfügung stellen, das Erlebte zu verarbeiten. Jede Ebene ist dabei wichtig und ich würde keine außer Acht lassen.

Für diesen sicheren Raum ist es absolut wichtig, dass wir uns und unseren eigenen Bedürfnissen oberste Priorität einräumen. Nichts ist in dieser Zeit wichtiger, als dass es uns gut geht. Einzige Ausnahme dabei sind vielleicht kleine Kinder, die auf uns angewiesen sind. Alles andere hat zurückzustehen. Für mich persönlich ist es das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich weigere zu “funktionieren” und dass mir Erwartungen anderer wirklich völlig egal sind. Es ist mein Selbsterhaltungstrieb, der hier zum Vorschein kommt und ich kann nur an dich appellieren, dem deinen ebenfalls zu erlauben, dich zu schützen.

Es ist das wichtigste Signal, das du dir selbst geben kannst, dass du für dich da bist, dass du dir wichtig bist und dass du dich ernst nimmst. Umso wichtiger als es dir, je nach persönlicher Situation, passieren kann, dass dir all das nicht immer unbedingt von der Umgebung, von Freunden und Familie gegeben wird.

Sehr viele Menschen können und wollen sich nicht mit deinem Problem auseinandersetzen. Sie sind schlicht und ergreifend überfordert. Ich kann dir nur sagen, dass keiner der nicht selbst durch diese Hölle gegangen ist, in der Lage ist wirklich zu verstehen, was in dir vorgeht. Du ersparst dir viel Schmerz und viele Tränen, wenn du diese Unfähigkeit nicht persönlich nimmst. Verschwende deine Energie nicht dafür, dich Menschen begreifbar zu machen, die dazu nicht in der Lage sind.

Du brauchst aber dringend äußere Unterstützung. In diesem Fall am Besten von Profis. Per Google-Suche kannst du entsprechende Hilfsorganisationen finden, die dir Ersthilfe bieten und dir Tipps für eine Therapeuten-Suche, Selbsthilfegruppen oder auch ganz praktische Tipps anbieten können.

Sich Unterstützung zu holen ist kein Zeichen von Schwäche, ganz im Gegenteil. Ich war mein ganzes Leben lang jemand, der alles immer meinte selbst schultern zu können oder müssen. Aber diesmal nicht. Sich Unterstützer zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern  von Stärke!

 

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